Der Beruf des Lebens- und Sozialberaters

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Die Ausbildung zum/zur Dipl. Lebens- und Sozialberater/in bietet eine umfassende Vorbereitung für Personen, die in der Beratungsbranche tätig sein möchten. Sie zielt darauf ab, die notwendigen Kompetenzen und das Fachwissen zu vermitteln, um Einzelpersonen und Gruppen in verschiedenen Lebenslagen professionell unterstützen zu können. Hier sind die Schlüsselaspekte dieser Ausbildung:

Zielgruppe
  • Personen mit Interesse an psychosozialer Beratung
  • Quereinsteiger/innen aus anderen Berufen, die sich im Bereich der Beratung qualifizieren möchten.
  • Fachkräfte aus dem sozialen, pädagogischen oder gesundheitlichen Bereich, die ihre Kompetenzen erweitern wollen.
Ausbildungsinhalte
  • Grundlagen der Psychologie und Soziologie: Verständnis von menschlichem Verhalten, sozialen Interaktionen und deren Einfluss auf das individuelle Wohlbefinden.
  • Kommunikationstechniken: Erlernen von effektiven Kommunikationsfähigkeiten, Gesprächsführung und Beratungsmethoden.
  • Beratungsethik: Vermittlung ethischer Grundsätze und professioneller Standards in der Lebens- und Sozialberatung.
  • Selbsterfahrung: Wichtiges Element der Ausbildung, um die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln und eine professionelle Haltung als Berater/in zu fördern.
  • Spezialisierungen: Möglichkeit, sich in bestimmten Bereichen wie Paarberatung, Familienberatung, Suchtberatung oder Karriereberatung weiter zu spezialisieren.
Karrieremöglichkeiten
  • Selbständige Tätigkeit als Lebens- und Sozialberater/in
  • Anstellung in Beratungsstellen, sozialen Einrichtungen, Bildungseinrichtungen oder im Gesundheitswesen
  • Erweiterung des eigenen Beratungsangebots für Personen, die bereits in ähnlichen Berufsfeldern tätig sind.
Voraussetzungen
  • Eignungsgespräch mit Lehrgangsleitung erforderlich
  • Vollendetes 24. Lebensjahr
  • Abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung
  • Lebenslauf
  • Keine Studienberechtigungsprüfung oder Matura

Wichtiger Hinweis: Bei uns an der Vitalakademie wird es nach neuer Verordnung weiterhin möglich sein, ohne Matura oder Studienberechtigungsprüfung an der Ausbildung Dipl. Lebens- und Sozialberatung NEU teilzunehmen.

Abschluss-Voraussetzungen
  • 100 % Anwesenheit im Unterricht
  • Diplomarbeit
  • Positiv beurteiltes Abschlussgespräch vor der Prüfungskommission
Gewerbeberechtigung

Die Lebens- und Sozialberatung ist an ein reglementiertes Gewerbe gebunden. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der offiziellen Homepage der Lebens- und Sozialberater/innen: http://www.lebensberater.at

Für die Erlangung des Gewerbescheins ist eine fachliche Tätigkeit im Ausmaß von mind. 750 EH* der Gewerbebehörde nachzuweisen. 
(*Protokollierte Beratungseinheiten, Supervision, Praktikum in einschlägigen Praxen oder Institutionen, Peergroups, Seminarleitung oder fachliche Assistenz, Vor- und Nacharbeiten zu diesen Tätigkeiten)
Die anfallenden Kosten für die fachliche Tätigkeit sind im Lehrgangspreis nicht enthalten. Der/Die Teilnehmer/in kann frei wählen, wo er/sie die Einzelselbsterfahrung bzw. die Supervision absolviert.

Diese Ausbildung bietet eine solide Grundlage für eine berufliche Laufbahn in der Lebens- und Sozialberatung und ist darauf ausgerichtet, den Teilnehmenden die Fähigkeiten, Kenntnisse und Werkzeuge in die Hand zu geben, um Menschen effektiv in ihren individuellen Lebenssituationen zu unterstützen.


Die Ausbildung zum/zur Dipl. Lebens- und Sozialberater/in wird an den Standorten Linz, Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck angeboten.


Artikel in "Die Presse", 30.03.2019

Berufsbild LSB

Lebensberatung: Stütze in einer bedrohlichen Welt

"Als ich 1997 das Gewerbe angemeldet habe, waren wir eine sehr kleine Berufsgruppe, die kaum jemandem bekannt war. In den letzten 20 Jahren hat sich schon einiges getan. Das Berufsbild insgesamt ist klarer und professioneller geworden und hat sich neben der psychotherapeutischen und psychologischen Versorgung als eine weitere Säule der Gesundheitsvorsorge in Österreich etabliert“, sagt Roswitha Wagner. Sie leitet den Ausbildungsgang zu Lebens- und Sozialberatung an der Vitalakademie in der Steiermark.

Bezeichnung nicht einheitlich
Diese Diplomausbildung wird im Rahmen der Akademie auch in Wien, Linz und Innsbruck angeboten. „Wir sind noch längst nicht auf dem Zenit angekommen“, sagt Wagner und verweist auf „die Notwendigkeit, den Herausforderungen unserer Gesellschaft, die immer komplexer und schnelllebiger wird, standzuhalten, sich ihnen vielleicht auch entgegenzustellen und sie dadurch zu verändern“. Das garantiert laut Wagner, dass Berufe, die dabei Unterstützung bieten, ihre Berechtigung haben.

In der Ausbildung stehen neben Grundlagen der Lebensberatung, zu denen auch die Abgrenzung zu verwandten Berufen und zur Psychiatrie gehört, unterschiedliche Methoden der Beratung, Krisenintervention sowie betriebswirtschaftliche und rechtliche Grundlagen auf dem Lehrplan. Der Diplomlehrgang wird in Wochenendmodulen abgehalten und dauert anderthalb Jahre.

Vielfach werden die Lehrgänge in diesem Bereich auch unter dem Titel „Psychologische Beratung“ angeboten – so beispielsweise an der Wiener Lebensberater-Akademie oder an der Österreichischen Akademie für Psychologie. Auch der Begriff „Psychosoziale Beratung“ findet sich oft, etwa bei der Steirischen Gesellschaft für Lebens- und Sozialberatung/Psychosoziale Beratung. Einen Universitätslehrgang dazu bietet die Arge Bildungsmanagement, Institut für Beratungs- und Managementwissenschaften der Sigmund Freud Privatuniversität, an. „Die Menschen in unserer Gesellschaft werden zunehmend gebildeter, informierter und emanzipierter. Die Klienten kommen mit der berechtigten Anspruchshaltung in die Beratung, dass auf ihre Anliegen differenziert eingegangen wird. Als Antwort darauf muss die Ausbildung spezialisierter und qualitativer werden“, sagt Klaus Rückert, Leiter der Arge. Ein anderer Punkt sei die zunehmende Säkularisierung, womit das Leben im Hier und Jetzt wichtiger werde. „Daraus entstehen neue Anspruchshaltungen an das Leben, Verzichts- und Demutshaltungen verschwinden. Gleichzeitig entstehen Sehnsüchte nach einer neuen Spiritualität.“ Inhaltlich stehen neben Grundlagen und Methoden verschiedene Wissenskulturen und Feldforschung auf dem Programm. Für die Lebens- und Sozialberater gehe es darum, die spezielle Lebenssituation der Ratsuchenden zu erfahren und sich in sie einzufühlen: „Das beinhaltet die Wahrnehmung und Einbeziehung der gegenwärtigen sozialen und politischen Rahmenbedingungen, zum Beispiel die steigende Verunsicherung durch Klimawandel, Digitalisierung, drohenden Jobverlust, Kulturwandel, Angst vor Migranten und als Folge davon die konservative Wende in der Politik und den Ruf nach dem starken Mann“, beschreibt Rückert. Der Universitätslehrgang dauert fünf Semester, in einem weiteren Semester kann man den Mastertitel erwerben.

„Lebensberater brauchen Empathie genauso wie Fachwissen, etwa darüber, wie eine Beratung aufgebaut werden muss und wie der Klient das Gefühl bekommt, mit seinen Problemen gut aufgehoben und sicher zu sein“, erklärt Klaus Gstirner, Leiter des Diplom-Lehrgangs „Psychologischer Berater/Lebens- und Sozialberater“ an der Europäischen Akademie für Logotherapie und Psychologie.

Neue Themenfelder
In den vergangenen Jahren seien etliche Themen neu in das Tätigkeitsfeld eingeflossen, beispielsweise Mobbing, Partnerschaft und Arbeit, aber auch Männlichkeit und selbstbewusste Frauen. „Immer wichtiger ist auch die Burn-out-Problematik geworden“, sagt Gstirner. Lebensberater hätten ein großes Handlungsspektrum, das in vielen Bereich, etwa in der Wirtschaft, sinnvoll einzusetzen wäre. „Die Ausbildungen werden immer besser, auch weil viele Institutionen inzwischen zertifiziert sind. Und dadurch verbessert sich auch das Image, das lang mit Handauflegen assoziiert wurde.“ Der Lehrgang wird in Linz, St. Pölten, Graz und Klagenfurt angeboten und umfasst insgesamt 30 Module in fünf Semestern. Die gelehrte Methode ist Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor Frankl.

Link zum Artikel: https://www.diepresse.com/5604274/lebensberatung-stuetze-in-einer-bedrohlichen-welt

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